Wissenswertes


Ernährungsqualität: Mehr Obst und Gemüse

Erschienen in  SECURVITAL – DAS MAGAZIN 4/2014


Das Essen in vielen Kindertagesstätten könnte besser sein.

Die Ernährungsforscherin Ulrike Arens-Azevedo hat viele Eltern alarmiert: Sie hat festgestellt, dass in zahlreichen Kindertageseinrichtungen das Gemeinschaftsessen nicht besonders gut und gesund ist. Die Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg hat die Speisepläne von fast 1.100 Kindergärten und Kindertagesstätten in Deutschland ausgewertet und kommt zu dem Urteil: »Für einen Großteil der Kinder ist kein gesundheitsförderliches Mittagsangebot sichergestellt«. Die Kinder bekommen zu wenig Gemüse, Rohkost und frisches Obst, dafür fast täglich Fleisch und zu viele Süßigkeiten. Etwa zwei Millionen Kinder vom Baby bis zum Vorschulalter werden in Kindergärten oder Kindertagesstätten betreut und essen auch dort zu Mittag. Aber die Qualität ist allzu oft mangelhaft. Nur jede dritte Kita-Einrichtung erfüllt die Maßstäbe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, stellte Prof. Arens-Azevedo fest. Zu häufig kommt Fleisch auf den Tisch, vor allem preiswertes Hähnchen- und Putenfleisch. Fisch und Gemüse werden zu selten angeboten, und die Empfehlungen für Früchte, Salat und Rohkost werden nicht eingehalten.

Die mangelnde Qualität des Essens hat mit der Ausstattung der Einrichtungen zu tun und mit dem Preis. (…) Die wenigsten Essenslieferanten sind auf Kinder spezialisiert.

Die Kosten für eine gute Verpflegung liegen bei etwa vier Euro pro MittagsmahIzeit‚ bei höherem Anteil von Bio-Lebensmitteln auch etwas mehr. Allerdings zahlen die EItern nach Angaben der HAW-Studie nur durchschnittlich 2,40 Euro. Damit hängt die Qualität des Essens davon ab, zu welchen Zuschüssen die jeweiligen Träger der Einrichtungen bereit sind. Die Betreuungsangebote werden vielerorts weiter ausgebaut, doch am Essen wird gespart.

Eigentlich müssten die Kitas ein gutes Verpflegungsangebot mit ihren pädagogischen Konzepten in Einklang bringen, meint die Ernährungsforscherin. »Je mehr Kinder über einen langen Zeitraum ein gesundheitsförderndes Essen genießen können, umso wahrscheinlicher ist eine positive Wirkung auf das Ernährungsverhalten.«

Verwendung von Bio-Lebensmitteln in Kintertagesstätten:

44 % Kita-Essen mit wenig Bio-Anteil
30 % ohne Bio-Lebensmittel
26 % mit hohem Bio-Anteil